2. Etappe


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Samstag, 19. März 2016

 

von

 

nach

 

Zeit

 

Distanz

 

insgesamt

Hirzbrunnen

 

Bienenberg

 

4 h

 

18 km

 

22 km

 Karte     GPS

 

Hirzbrunnen 254m – Birsfelden 259m – Hard 274m – Muttenz 280m – Pratteln 289m – Zunftacherwald 370m – Hagenbächli 370m – Pratteln Kirche 300m – Chäferberg 330m –  Adlerhof 424m – Stallacher 470m – Bienenberg 432m (– Frenkendorf-Füllinsdorf Station 310m)

10ºC, schön

 

Ich beginne meine heutige Reise im Hirzbrunnenquartier und steuere das Kraftwerk Birsfelden an. Wie es der Zufall so will, ist gerade ein Lastkahn in die Schleuse eingefahren. Weiter geht es durch Industrie- und Tankanlagen bis fast zum heimeligen Restaurant Waldhaus.

Ich befinde mich jetzt in der Hard, nach den Langen Erlen dem zweiten Basler Trinkwasserspeicher.

In Schweizerhalle wähle ich den Weg nach Muttenz. Gleichzeitig bin ich über dem Autobahntunnel und unter dem Rangierbahnhof. In Muttenz schnappe ich mir für ungefähr einen Kilometer den 14er bis zur Haltestelle Gempenstrasse in Pratteln. Durch die Gempenstrasse in Richtung Zunftacherwald eilte einst T.L., um seiner Mutter aus einer Quelle das beste Wasser, abgefüllt in Flaschen, heimzubringen.

Anlässlich seines 60. Geburtstages 1983 stiftete er zusammen mit einem ehemaligen Schulkameraden der Gemeinde Pratteln einen Brunnen dort, wo er einst das Wunderwasser geholt hatte.

Traugott Löliger und Hans Hagnauer vor dem 1983 der Gemeinde Pratteln gestifteten Zunftacker-Brunnen.



Diesen Brunnen will ich finden. Als Unterlagen dienen mir persönliche Aufzeichnungen von T.L. und ein Abschnitt im Buch „Heimatkunde Pratteln 2003“. Ich suche den Brunnen während einer Stunde und tags darauf nochmals während drei Stunden zusammen mit A.H. Vergeblich.

 

Die Zunftacker Waldquelle

Die Zunftacker-Waldquelle im Zunftackerwald, Parzelle 1399, im Besitz der Bürgergemeinde Pratteln, ist ein öffentlicher Brunnen. Vor dem Bau des Adlertunnels ergab die Feldmessung vom 6. Januar 1991 folgende Analyse: Wassertemperatur 6,8°C, Ertrag 2,7 l/min, pH 7,4, Leitfähigkeit us/cm 790. Weitere Feldmessungen in den Jahren 1991 bis 1997 ergaben folgende Analysenwerte: Wassertemperatur 6,8° bis 13° C, Ertrag 0,8 bis 30 l/min, pH 7,1 bis 7,6, Leitfähigkeit us/cm einen Durchschnitt von 772 aus 22 Messungen. Das heisst, es gab durch den Tunnelbau keine messbare Beeinträchtigung. In den Besitz der Neufassung dieser Quelle und dem hübschen Brunnentrögli kam die Bürgergemeinde dank Hans Hagnauer und Traugott Löliger. Diese beiden Schulkameraden liessen diesen Brunnen zu ihrem 60. Geburtstag neu fassen. Am 6. September 1983 lud der Bürgerrat als Dank für dieses geschenkte Kleinod zu einer kleinen, aber gediegenen Einweihungsfeier ein. An der Einweihungsfeier wurde das folgende Gedicht, das durch den Waldchef der Bürgergemeinde, Willy Stohler, kreiert und vorgetragen wurde, im Prattler Anzeiger publiziert:

«Zum hundertfufzigschte Jubiläumsjohr von eusem Baselbiet
Het d Bürgergmein e Brünneli becho – isch das nit lieb?

Nit wyt vom Hagebächli ligg i em Wald in
Grad öppe-n-in der Mitti drin.

Als Quelle lauf i sicher scho
mehr als hundertfufzig Johr

E Wässerli füehr i, isig chalt,
dört obe im Zunftacherwald.

In de Räbe hets no kei Wasser gha
Hei d’Räbbuure scho dr Durscht glöscht dra.

I lauf Johr i und au Johr uus
Au im heisseschte Summer goht mi Wasser nid us.

Emol e chli meh, denn lohts wieder no
Bi mir het no jede öppis übercho.

Do stoh-n-i jetz us Jurastei
Das verdank ich zweene Prattler, ganz elei:

Im Traugott Löliger und em Hagnauer Hans
Seit d Bürgergmein derfür härzliche Dank.

I versprich Euch, hüte do, i will mit mim Nass
Mensch und Tier labe no mäng Johr.»

Vor der Neufassung lief das Wasser in ein rundes, 80 Zentimeter tiefliegendes Rohr. Um eine Verschmutzung des Quellwassers durch das Waldlaub zu vermeiden, war die Quellfassung mit zwei halbrunden Eisendeckeln abgedeckt. (aus: Heimatkunde Pratteln 2003)

Aufzeichnungen von Traugott Loeliger "Es war einmal...", 1990

 

 

Natürlich statte ich dem Hagenbächli noch einen Besuch ab, bevor ich mich dann aufmache zum Adlerhof. Es folgt nun eine schlimme Strecke, wo die Waldstrasse komplett neu mit Mergel aufgefüllt wird. Zum Gehen beinahe ein Ding der Unmöglichkeit.

Darstellung der Burg Pratteln und der Ruine Madeln in einer Chronik der Herren von Eptingen aus dem 16. Jhdt. | In: Marti, Reto / Windler, Renata - Die Burg Madeln bei Pratteln/BL: Eine Neubearbeitung der Grabungen 1939/40 [Archäologie und Museum, Heft 12] | Liestal, 1988 | S. 26

Rekonstruktionsversuch der Burg Madeln | In: Marti, Reto / Windler, Renata - Die Burg Madeln bei Pratteln/BL: Eine Neubearbeitung der Grabungen 1939/40 [Archäologie und Museum, Heft 12] | Liestal, 1988 | S. 59

Quelle: Meyer, Werner - Burgen von A bis Z: Burgenlexikon der Regio | Basel, 1981 | S. 104 | Bauphasen eingefügt von O. Steimann, 2006, gemäss Marti, Reto / Windler, Renata - Die Burg Madeln bei Pratteln/BL: Eine Neubearbeitung der Grabungen
1939/40 [Archäologie und Museum, Heft 12] | Liestal, 1988

 

Nun dauert es nicht mehr lange bis ich auf dem Bienenberg ankomme. Hier habe ich eine schöne Aussicht ins Tal der Ergolz von Frenkendorf bis beinahe nach Sissach.

Die heutige Etappe endet am Bahnhof Frenkendorf-Füllinsdorf.

 

 

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NACHTRAG vom 3. Oktober 2016

Mit der kundigen Hilfe des alt Försters von Pratteln ist es A.H. und mir gelungen das Zunftackerwaldbrünneli zu finden! Hallelujah!
47°30'49.2"N                  7°41'15.2"E                                
47.51365661621094         7.687570095062256

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