Sempachersee

Home Chronologie Übersicht Kartenübersicht Querschnitt Dank Warum ... ? Ägerisee Bielersee Caumasee Dittligsee Engstlensee Flachsee Genfersee Hallwilersee Inkwilersee Joux, Lac de Klingnauersee Lauerzersee Murtensee Nussbaumersee Oeschinensee Pfäffikersee Q wie ... Rotsee Sempachersee Totensee Übeschisee Vierwaldstättersee Wägitalersee X wie ... Y wie ... Zugersee

 
 

 

07.01.2008

 
Ein Klick auf die Karte zeigt die genaue Wegstrecke.

Allgemeine Angaben

Lage:

Fläche:
Seevolumen:
Uferlänge:
maximale Tiefe:
maximale Seelänge:
maximale Seebreite:
Zuflüsse:


Abfluss:   
Einzugsgebiet (ohne See):
Höhe:          
mittlerer Abfluss
(1976-2003):
mittlere
Wasseraufenthaltszeit:
kritische Phosphorzufuhr:



Grössere Orte am Ufer:
Besonderes:
 

Zentralschweiz,
Kanton Luzern

14.5 km²
0.639 km³

20 km
87 m
7.5 km
2.4 km

Grosse Aa, Kleine Aa,
Lippenrütibach, Röllbach,
Greuelbach, Rotbach

Suhre
61.9 km²

504 m ü. M. 

1.30 m³/s

16 Jahre
4 Tonnen gelöster
Phosphor/Jahr
8 Tonnen
Gesamtphosphor/Jahr
Sursee, Sempach
Schweizerische Vogelwarte,
6204 Sempach




von

 

nach

 

Zeit

 

Distanz

 

insgesamt

Sursee

 

Sursee

 

5 h

 

24 km

 

382 km

 

 

nass, starke Regenfront,  8 ºC

  

Start in Sursee um acht Uhr. Es ist noch stockfinstere Nacht und es regnet in Strömen.

Ich beschliesse den See im Gegenuhrzeigersinn zu umrunden. So komme ich zuerst an den UFA-Lagerhäusern und der Calida-Fabrik vorbei. Erst bei Nottwil verläuft der Weg entlang des Sees. Ein einsamer Fischer holt seine Netze ein. Hoffentlich macht er einen guten Fang.

Dank eines starken Westwindes werden jetzt die Regenwolken vertrieben und an einigen Stellen sieht man sogar den blauen Himmel. Ich habe das Gefühl, das schlechte Wetter hinter mir zu haben. Ich sollte mich schwer getäuscht haben.

Bis Sempach (vorbei an der Vogelwarte) bessert sich das Wetter ständig. Danach wird man als Wanderer unter der Autobahn durch an den Hang geführt, wo der Weg – bei gutem Wetter sicherlich mit einer grandiosen Aussicht auf den See – an Eich vorbei bis nach Schenkon führt.

Dabei treten immer deutlicher werdende Erinnerungen an meine Kindheit aus den Tiefen meines Gehirns hervor, Erinnerungen an die Zeiten, die ich –  häufig mit grossen Teilen der Verwandtschaft zusammen – im grosselterlichen Ferienhaus am See habe verbringen dürfen. Erinnerungen ans Baden im See, an Motorbootfahrten mit dem Groossbabbe, ans Steigenlassen von selbst gebauten Heissluftballons.

Aber eben, die Erinnerungen verflüchtigen sich blitzartig. Ich sehe, wie aus der gleichen Richtung wie zuvor der blaue Himmel nun rabenschwarze Wolken, die bereits den ganzen Himmel einnehmen, auf mich zukommen. Das alles passiert so schnell, dass ich knapp damit fertig werde, meine Kapuze richtig festzuzurren und sämtliche Öffnungen an der Jacke zu verschliessen. Sintflutartige Wolkebrüche ergiessen sich über mich. Der Regen peitscht mir ins Gesicht und an den ganzen Körper. Die Jacke hält dicht, nicht so die Hose, die den ganzen Regen und noch das abfliessende Wasser der Jacke abbekommt. Die Wanderkarten und die Fahrpläne, die ich in den Beintaschen versorgt habe,  beginnen sich aufzulösen. Zum Glück nehmen die elektronischen Geräten wie Handy, Fotokamera und GPS-Gerät keinen Schaden. Für solche Spritztouren wurden sie ohne Zweifel nicht erfunden.

Ich habe heute mit einer Marschlänge von 20 Kilometern gerechnet, tatsächlich werden es aber 24 Kilometer, da sich der Weg durch Sursee hindurch bis zum Bahnhof noch sehr in die Länge zieht.

 

Zitat des Tages:

„Nie verirrt man sich so leicht wie dann, wenn man meint, den Weg zu kennen.“ (aus China)

 

Wissenswertes über den Sempachersee

Der Sempachersee liegt in landwirtschaftlichem Gebiet und ist aufgrund des Nährstoffeintrages durch die Landwirtschaft vom Ersticken bedroht. Er wird deshalb aktiv belüftet.

Warum wird belüftet?

Durch übermässige Düngung mit Phosphor wird das Wachstum von Algen im Sempachersee im Sommerhalbjahr derart angekurbelt, dass eine Massenentwicklung auftritt. Die absterbenden Algen sinken ab und zersetzen sich unter Sauerstoffaufnahme in den tieferen Wasserschichten. Die Sauerstoffkonzentration im Tiefenwasser nimmt ab. Eine natürliche Nachlieferung von Sauerstoff ist im Sommerhalbjahr über die Seeoberfläche wegen der Temperaturschichtung nicht möglich. Nur durch künstlichen Sauerstoffeintrag ins Tiefenwasser kann das Sauerstoffdefizit ausgeglichen werden. Gute Sauerstoffverhältnisse über dem Seegrund verhindern auch die ständige Rücklösung von Phosphor aus den Sedimenten.

Mit der Seebelüftung werden seit 1984 die Sauerstoffverhältnisse im See wesentlich verbessert. Im Winter wird mit Druckluft die natürliche Zirkulation des Sees unterstützt. Im Sommer wird Luft feinblasig eingetragen.

Die Uferwege sind Austragungsort des Schenkon Marathons.

Lukas Thüring (*1862, †1887) schrieb ein Gedicht über den Sempachersee. Er verlebte seine Jugendzeit in Eich und erwarb später am Seminar Hitzkirch das Lehrerpatent. Da er in der Heimat keine Anstellung fand, unterrichtete er an den Stadtschulen von Mülhausen, später auch in Egisheim, wo die meisten seiner Gedichte entstanden, und in Gebwiler. In der Fremde erkrankte er an Tuberkulose und verstarb am 14. März 1887 in Eich, kaum 25jährig.

An den Sempachersee

Wie schön, o See!
Wenn in des Lenzes kühlem Morgenhauche
Leise rieselnd deine Flut ans Ufer wallt
Und ringsumher aus Busch und Haselstrauche
Der Vögel Chor melodisch widerhallt;
Wenn deine Welle buhlt mit grünem Klee,
Wie schön, o See!

Wie schön, o See!
Wenn in des Sommers dumpfer Mittagsschwüle
Siesta hält dein regungsloser Plan,
Der Himmel taucht in deine zarte Kühle
Und deine Flut durchstreicht ein Fischerkahn;
Wenn in der Tiefe lockt die Wasserfee,
Wie schön, o See!

Wie schön, o See!
Wenn kühler deine klaren Wasser schäumen:
Und wilder an das herbstlich reiche Land,
Wenn Hirten süss an deinen Ufern träumen,
indes die Herde grast an deinem Strand;
Wenn dich verklärt der Sonne Glorie,
Wie schön, o See!

Wie schön, o See!
Wie furchtbar schön, wenn deine kalten Wogen
Heimtückisch unter glattem Eise lauern,
Das manchen schon um Lieb' und Glück betrogen,
In manches Haus gebracht ein tiefes Trauern;
Auch wenn dein Spiegel brütet Ach und Weh,
Wie schön, o See!

 

Durch Anklicken lassen sich alle Fotos vergrössern.

Seewasserentnahme

 

 

zum

Rotsee - Totensee

 

Zum Seitenanfang
nach oben