1. Etappe


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Donnerstag, 1. Januar 2009

 

von

 

nach

 

Zeit

 

Distanz

 

insgesamt

Romanshorn

 

Weinfelden

 

4 ½ h

 

25 km

 

25 km

 Karte GPS

 

0°C, erst sonnig, dann neblig, wieder sonnig, zum Schluss Nebel, bald Nacht

Romanshorn - Hefenhofen - Sommeri - Kümmertshausen - Guggebüel - Leimbach - Mauren - Weinfelden

 

Verführt vom schönen Wetter mache ich mich (natürlich völlig unausgeschlafen) auf den Weg von Basel in die Ostschweiz nach Romanshorn an den Bodensee. Hier herrscht traumhafter Sonnenschein. Das Jahr könnte nicht besser beginnen.

Es ist jetzt halb ein Uhr. Auf dem Wegweiser sehe ich, dass die Zeit bis zu meinem heutigen Ziel in Weinfelden mit 5 h 40 min angegeben wird. Ich beginne zu rechnen und merke sehr schnell, dass ich die letzte Stunde meines Weges in mehr oder weniger stockdunkler Nacht zurücklegen muss. Ich versuche, mit einer leichten Tempoverschärfung das Beste aus der Situation zu machen.

Anfangs führt der (recht vereiste) Weg vom Bahnhof Romanshorn an Schulzentren vorbei und durch Einfamilienhausquartiere zum Neuwald. Hier begegne ich vielen Neujahrsspaziergängern mit Kindern oder Hunden oder beidem.

Sobald ich aus dem Wald wieder herauskomme, ist es zunächst einmal vorbei mit dem sonnigen Wetter. Dichter Hochnebel bedeckt die Landschaft. Es wird merklich kühler und dunkler.

Ich komme durch Hefenhofen und Sommeri. Hier habe ich das Gefühl, die Bewohner seien alle ausgewandert, auf die Seychellen oder so...

Erst auf der Höhe von Kümmertshausen, etwa der Hälfte der heutigen Wegstrecke, reisst die Nebeldecke für eine kurze Weile wieder auf. Für mich Gelegenheit, Fotos von der Landschaft mit den vielen Obstbäumen zu machen.

So langsam werde ich zum einsamen Wanderer. Dabei kommen in mir - völlig verschütt geglaubte - Militärerlebnisse empor. Verdankt doch die Ostschweiz ihr heutiges Wohlergehen zu einem grossen Teil MIR. Unter Einsatz all meiner Kräfte habe ich in ungezählten Nachtübungen und Grossmanövern (Stichwort Dreizack) dafür gesorgt, dass die Bösen aus dem Osten im Osten geblieben sind und die Milchpulverfabrik in Sulgen immer noch ihr Milchpulver fabriziert. Ich muss gestehen, ich sehe die Landschaft heute in einem ganz anderen Licht.

Mittlerweile wieder im Nebel eile ich über Guggebüel, Lenzenhaus, Leimbach und Mauren Weinfelden entgegen. Für Fotos ist es bereits zu dunkel, so dass ich von Mauren (wohin vor dreissig Jahren der eine oder andere Brief fälschlicherweise gelangt ist) keine bleibende Erinnerung mitnehmen kann.

Ein Blick auf die Uhr verrät mir, dass ich bis zum Bahnhof Weinfelden 1 h 10 min gutgemacht haben werde. Es ist allerdings nicht nur die Uhr - Meine Füsse schreien es mir zu: "Musste das denn sein!!?" Es musste. So erreiche ich bequem den Zug um 16.59 Uhr nach Zürich.

 

 

 

zur

2. Etappe
Weinfelden - Frauenfeld

 

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